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Jugend

Wir Jusos erwarten uns von Politik, die Kinder und Jugendliche betrifft, vor allem, dass sie jedem die bestmöglichen Chancen auf ein glückliches Leben bietet. Der Schlüssel dafür liegt in Bildung, die für alle ohne Hindernisse zugänglich sein muss.

Kita, Kindergarten und Schule

Frühkindliche Bildung

Bildung beginnt schon lange vor der Schule. Deshalb wollen wir, dass für jedes Kind ein Kita-Platz zur Verfügung steht bei gleichzeitig hoher Qualität der Betreuung. Das Betreuungsgeld lehnen wir ab, da es – wie das Beispiel Thüringen unzweifelhaft gezeigt hat – falsche Anreize setzt. Wir setzen uns für ein verpflichtendes kostenfreies Kindergartenjahr ein, um allen Kindern ähnliche Bedingungen für den Start in die Schule zu verschaffen. Dafür sollten im Kindergarten und in der Kita auch speziell die Sprachfähigkeiten der Kinder gefördert werden.

Schulsystem

Wir lehnen das dreigliedrige bayerische Schulsystem ab, da es Schüler unnötig früh in Schubladen einordnet und sie somit in ihren späteren Entwicklungschancen einschränkt. Stattdessen sollten alle Kinder bis einschließlich zur neunten Klasse gemeinsam an einer Schule unterrichtet werden. Unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten kann man durch verschieden schwierige Kurse gerecht werden.

Lernmethoden

Das derzeit praktizierte Lernen in der Schule fördert leider meistens das „Kurzzeitgedächtnis-Bulimie-Lernen“ – Ziel sollte es aber sein, breite, lang anhaltende Allgemeinbildung zu vermitteln und eigenständiges Denken zu fördern. Wir würden es deshalb begrüßen, wenn im Unterricht weniger einseitig vom Lehrer kommuniziert würde, sondern Wissen und Erkenntnisse in Diskussionen gemeinsam erarbeitet werden.

Tests statt Exen

Wir lehnen unangekündigte Stegreifaufgaben und Ausfragen ab, weil sie nur dafür sorgen, dass der Stoff kurz vorher ins Kurzzeitgedächtnis gepaukt und nach der Prüfung schnell wieder vergessen wird. Stattdessen befürworten wir angekündigte, in regelmäßigen Abständen von einigen Wochen durchgeführte Tests, die weniger Detailwissen und mehr das Verständnis von Zusammenhängen abfragen.

Medienkompetenz

Wichtig finden wir auch, dass in der Schule Medienkompetenz, der Umgang mit Computern und technisches Verständnis unterrichtet werden, am besten in einem eigenen dafür bestimmten Fach. Schüler müssen lernen, mit Diensten und Informationen im Internet umzugehen und Medien kritisch zu hinterfragen. Dafür müssen auch die Lehrer entsprechend ausgebildet sein, um diese Kompetenzen selbst zu beherrschen und weitergeben zu können.

Föderalismus

Das Bildungssystem sollte bundesweit einheitlich sein. Verschiedene Lehrpläne und Anforderungen erschweren den Wechsel zwischen Bundesländern, der Vergleich von Leistungen ist schwer möglich und die Anforderungen für Abschlüsse sind sehr unterschiedlich. Wir fordern deswegen ein Bundes-Kultusministerium, das die Aufgaben der Länderministerien übernimmt.

Ethik Pflicht-, Religionsunterricht Wahlfach

Ethik sollte generelles Pflichtfach sein, um allen Schülern, egal zu welcher Religion sie sich bekennen, die Möglichkeit zu geben zu diskutieren und einander zu verstehen. Religionsunterricht sollte ähnlich wie in Berlin als Wahlfach an allen Schulen angeboten werden. Um dem Recht auf freie Ausübung der Religion gerecht zu werden, sollte Islamunterricht nach dem Erlanger Modell, also in deutscher Sprache und in Kooperation mit lokalen Institutionen, stärker gefördert werden.

Weiterführende Bildung

Kostenfrei für alle

Auch die weiterführende Bildung sollte allen gleichermaßen offenstehen; deswegen dürfen keinerlei finanzielle Hürden vorhanden sein. Studiengebühren dürfen allenfalls für spätere Semester, die weit über die übliche Studiendauer hinausgehen, erhoben werden, um übertrieben lange Studiendauern zu verhindern. Ebenso sollten die Meistergebühren abgeschafft werden.

Bologna-Prozess

Obwohl der Bologna-Prozess teilweise in die richtige Richtung zielte, gilt es an vielen Stellen nachzubessern: So ist beispielsweise die Vergleichbarkeit zwischen den Universitäten in Europa weiterhin nicht gegeben, was zu erheblichen Schwierigkeiten beim Anrechnen von Leistungen bei Auslandsaufenthalten führen kann. Durch den weitgehend festgelegten Studienverlauf ist es außerdem nur schwer möglich, sein Studium individuell nach eigenen Interessen zu gestalten. Studenten sollten aber ihr Studium flexibel gestalten können und auch die Möglichkeit haben, über den Tellerrand ihres eigenen Faches hinaus zu blicken.

Praktika

Studienabsolventen dürfen nicht als billige Arbeitskräfte für Unternehmen missbraucht werden, indem sie nur als Praktikanten beschäftigt werden, aber die gleichen Tätigkeiten wie Festangestellte ausüben.

Wahlrecht

Jugendliche sollten in der Politik ein angemessenes Gewicht haben. Die Erfahrung zeigt, dass nur Bevölkerungsgruppen, die auch über Mitwirkungsmöglichkeiten verfügen, ausreichend ernst genommen werden. Deshalb fordern wir ein Wahlrecht, das es Jugendlichen ab 14 Jahren ermöglicht, an Wahlen teilzunehmen, wenn sie persönlich einen begründeten Antrag stellen. Das allgemeine Wahlalter sollte auf 16 Jahre herabgesetzt werden.
Bereits mit 16 Jahren müssen viele Jugendliche weitreichende Entscheidungen über Ausbildung und Beruf treffen – dann sollte es ihnen auch möglich sein, Politik mitzubestimmen; und bereits mit 14 Jahren wird man strafmündig, sprich verantwortlich für sein Handeln, sodass man auch verantwortliche politische Entscheidungen treffen kann.